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Saudi-Arabia zwischen Wirtschaftsboom, politischen Reformen und extremistischer GewaltKolloquium am Centrum für angewandte Politikforschung21.01.2005 · Bertelsmann Forschungsgruppe Politik
Unter dem Titel "Saudi-Arabia between Economic Boom, Political Reform and Extremist Violence" veranstaltete das C·A·P ein Kolloquium, zu dem drei namhafte Kenner des Königreichs als Referenten gewonnen werden konnten: Giacomo Luciani, Professor für Politische Ökonomie am European University Institute in Florenz und derzeit Gastprofessor am C·A·P, Josef Kostiner, Professor am Moshe-Dayan-Center for Middle Eastern and African Studies an der Tel Aviv University und derzeit Gastprofessor an der LMU, sowie die saudische Journalistin Dalia Rahaimy. Prof. Luciani erläuterte die enorme und in letzter Zeit gelegentlich unterschätze strategische und ökonomische Bedeutung Saudi-Arabiens. Er verwies auf die politische Stabilität des Landes und skizzierte Ansätze einer vorsichtigen politischen Reform; es sei zwar kein Demokratisierungsprozess im Gange aber eine gewisse Öffnung, wie beispielsweise an der zunehmenden Meinungsfreiheit erkennbar sei. Prof. Kostiner unterstrich die Ausführungen Lucianis hinsichtlich sowohl der Stabilität als auch der Reformfähigkeit des Königreiches, wies aber mit Blick auf zentrale Friktionen innerhalb der Saudischen Gesellschaft - vor allem in Folge des ersten Golfkrieges - hin, die mit zu den aktuellen Schwierigkeiten des Landes beitragen. Er erläuterte die gegenwärtigen Probleme bei der Aufrechterhaltung des bislang stabilisierenden Patronagenetzwerkes in Folge des enormen Bevölkerungswachstums.
Dalia Rahaimy bereicherte die von ihren beiden Vorrednern vorgetragene Außenperspektive durch ihre persönliche Innenansicht: Thema ihres Vortrages waren die Lebens- und Arbeitsbedingungen saudischer Frauen, die sie - trotz zahlreicher Schwierigkeiten – deutlich differenzierter schilderte als dies gemeinhin getan wird. Die Diskussion konzentrierte sich auf das schwierige und komplexe Verhältnis zwischen Riad und Washington, das sowohl von großer ökonomischer und strategischer Interdependenz als von Misstrauen und Unverständnis geprägt ist. Einig waren sich die Referenten in einem eher optimistischen Ausblick in die Zukunft Saudi-Arabiens. |
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