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The Israeli-Palestinian Peace Process

A 'Re-Newed' U.S.-European Project? Kolloquium mit Giacomo Luciani und Kenneth W. Stein

28.04.2005 · Bertelsmann Forschungsgruppe Politik


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Matthew M. Rooney, Giacomo Luciani, Felix G. Neugart und Kenneth W. Stein.

Unter dem Titel "The Israeli-Palestinian Peace Process: A 'Re-Newed' U.S.-European Project?" veranstaltete das C·A·P in Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Generalkonsulat München am 27. April 2005 ein Kolloquium, für das zwei ausgewiesene Kenner des Nahen Ostens gewonnen werden konnten: Giacomo Luciani, Professor für politische Ökonomie und Co-Direktor des Mediterranean Programme am European University Institute in Florenz, derzeit Gastwissenschaftler am C·A·P und Kenneth W. Stein, William E. Schatten Professor of Contemporary Middle Eastern History, Political Science and Israeli Studies an der Emory University, Atlanta, Georgia. Das Kolloquium wurde von Matthew M. Rooney, Generalkonsul der Vereinigten Staaten eingeleitet und von Felix Neugart, C·A·P, moderiert.

Prof. Stein thematisierte den israelisch-palästinensischen Konflikt in einem weiten Kontext und analysierte die Problematik vor dem Hintergrund der gegenwärtigen politischen Lage des Nahen Ostens. Dabei betonte er vor allem den rapiden Wandlungsprozess, in dem sich die arabische Staatenwelt momentan befindet. Diesen Wandlungsprozess führte Stein auf mehrere Entwicklungen, u.a. auf das Ende charismatischer Führerschaft, das Verschwinden von einigenden Ideologien wie dem Panarabismus und ökonomische Schwierigkeiten, zurück. Obwohl diese Situation eine einheitliche Politik für die Region erschwere, hielt Stein die Lösung des Nahost-Konflikts durch eine Zwei-Staaten-Lösung für durchaus realistisch und vielversprechend. Ein existenzfähiger Staat Palästina sei seiner Meinung nach jedoch nicht nur auf die wirtschaftliche Hilfe Europas und der USA angewiesen, sondern würde vor allem die Unterstützung seitens der arabischen Staaten bedürfen. Überdies hob Stein die Symbolkraft einer möglichen Staatsgründung Palästinas für die arabische Welt hervor.

Auch Prof. Luciani betonte den raschen Wandel, dem der Nahe und Mittlere Osten derzeit unterliegt. Verantwortlich seien dafür nicht nur der Tod Arafats und der Irak-Krieg, sondern auch bedeutsame demographische Veränderungen, die wirtschaftliche Situation und eine starke regionale Dynamik. Diese ließen eine arabische "Bourgeoisie" entstehen, das an einer arabischen Integration und einer Lösung des Nahost-Konflikts interessiert sei. Im Gegensatz zu Prof. Stein erklärte Luciani seine Skepsis gegenüber einer Zwei-Staaten-Lösung. Diese sei angesichts notwendiger Kooperation in wichtigen Politikfeldern, aber vor allem angesichts der ökonomischen Schwäche der palästinensischen Gebiete nur schwer vorstellbar. Ein Staat Palästina müsse wirtschaftlich selbstständig sein und könne nicht künstlich durch ausländische Geldströme am Leben gehalten werden. Überdies hob Luciani hervor, dass eine Lösung der Endstatusfragen zwischen den beiden Parteien gefunden werden müsse und man wichtige Themen nicht verschieben dürfe.

In der anschließenden Diskussion wurden kritische Fragen nach den tatsächlichen Einflussmöglichkeiten ausländischer Akteure, der Rolle der Zivilgesellschaften für den Friedensprozess und Probleme wie die tiefsitzenden Ressentiments der arabischen Welt gegen die USA und Israel vertieft.


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