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Filmkultur als gesellschaftliche Prägekraft?

Autor, Regisseur und Produzent Peter Schamoni zu Gast am Centrum für angewandte Politikforschung.

14.07.2004 · C·A·P


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Wir leben in einer diffusen Informationslandschaft. Dennoch setzen sich bestimmte Ideen durch und wirken als Deutungsmuster prägend, andere hingehen schaffen dies nicht. Welcher Mechanismus verbirgt sich hinter diesem Phänomen? Von wem und mit welchen Mitteln werden Botschaften erfolgreich geformt? Und welche Antworten kann der Film geben? Diese Fragen warf Prof. Werner Weidenfeld, Direktor des Centrum für angewandte Politikforschung, anlässlich des Besuchs des Regisseurs Peter Schamoni am C·A·P am 13. Juli 2004 auf.

Schamoni nahm die Runde mit auf eine "Tour d'Oeuvre" und zeigte Ausschnitte aus seinen Werken: "Maximiliana oder die widerrechtliche Ausübung der Astronomie", ein Kurzfilm für den Maler Max Ernst über einen Laien-Astronom des 19. Jahrhunderts aus dem Jahr 1965, "Brutalität in Stein" (1960), ein Kurzfilm über die menschenfeindliche Machtarchitektur der Nationalsozialisten. Beide Filme entstanden in Schamonis früher Schaffensphase und sind Ausdruck des jungen deutschen Films der sechziger Jahre. Nicht fehlen durfte Schamonis erfolgreichster Spielfilm, für den er jedoch Kritik von den Kollegen einstecken musste: "Zur Sache Schätzchen" aus dem Jahr 1968, der eine ganze Generation in ihren Bann zog. Und schließlich die "Frühlingssinfonie" (1983), ein Film über den Komponisten Robert Schumann und seine Frau Clara sowie "Wilhelm II., Majestät brauchen Sonne", ein Dokumentarfilm über den letzten deutschen Kaiser aus dem Jahr 1999.

Schamoni greift immer wieder unkonventionelle Themen auf, die dem Zeitgeist nicht so recht entsprechen. Und er selbst zweifelt die gesellschaftliche Prägekraft des Films an. Filmkultur und Prägekraft können für den Regisseur gar unvereinbare Gegensätze sein. Mit diesem Querschnitt durch das Werk Schamonis nahm ein spannender Dialog seinen Anfang - und dieser soll fortgesetzt werden. Eine Antwort auf die von Weidenfeld formulierten Fragen steht noch aus.


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