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Funktion, Wirkung und Macht von Zukunftsszenarien

C·A·P-Forschungskolloquium mit Ulrich Golüke

25.11.2004 · C·A·P


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Ulrich Golüke und Prod. Dr. Werner Weidenfeld. 

Wie müssen Zukunftsszenarien überhaupt beschaffen sein? Ausgehend von dieser Grundfrage stellte Ulrich Golüke, Unternehmensberater und Gründer des Netzwerkes "The Blue Way", im Rahmen des Forschungskolloquiums von Professor Weidenfeld am C·A·P die Funktion, Wirkung und Macht von Zukunftsszenarien dar. Um Wirkung entfalten zu können, erläuterte Golüke, müssen Szenarien stets vier Kriterien erfüllen: Sie sollten plausibel, neu, unbequem und divergierend sein. Nur so sei es möglich, "Leute zu packen" und neue Lösungen zu erschließen. Entscheidend sei darüber hinaus, die Betroffenen, also die, die tatsächlich auf die Zukunft Einfluss nehmen können, bei der Erstellung von Zukunftsbildern einzubinden. Bei der Entwicklung von Szenarien handelt es sich jedoch keinesfalls um eine Methode, um Menschen auf einen bestimmten Weg zu führen. Da Zukunftsszenarien gerade dann gefragt sind, wenn alte Gewissheiten zusammenbrechen und eine Situation der Unsicherheit entsteht, liegt Golüke zufolge eine große Verantwortung darin, Menschen auf ihrer Suche nach einem neuen Sinn mit Hilfe von Szenarien nicht zu verführen. Szenarien sollen keine normativen Setzungen vornehmen, sondern vielmehr Alternativen aufzeigen. Funktion, Wirkung und Macht von Zukunftsszenarien können im Allgemeinen in der durch sie erfolgenden Sinngebung gesehen werden. Golüke wies aus seiner Erfahrung als Unternehmensberater allerdings darauf hin, dass es bei rund drei Viertel aller Szenario-Anwendungen um die Beschäftigung mit operativen Möglichkeiten geht. Die Frage nach der Macht von Szenarien komme hingegen überwiegend bei strategischen Szenarien wie der Frage nach dem "Aussehen" der nächsten historischen Epoche ins Spiel.


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