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C·A·P-Fellowships 2004

Ehrung von Günther Nonnenmacher, Warnfried Dettling und Michael Garthe.

08.12.2004 · C·A·P


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Von links nach rechts: Jürgen Turek, Michael Garthe, Günther Nonnenmacher, Werner Weidenfeld und Warnfried Dettling.

In diesem Jahr wurden der Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeine Zeitung, Dr. Günther Nonnenmacher, der Publizist Dr. Warnfried Dettling und der Chefredakteur der "Rheinpfalz", Michael Garthe, durch die Verleihung von C·A·P-Fellowships in München geehrt. Die Verleihung erfolgte am 8. Dezember 2004 im Rahmen eines Festakts, an dem auch Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus München und Deutschland teilnahmen, so etwa der Generalkonsul der USA, Matthew M. Rooney, Universitätskanzler Thomas May, HypoVereinsbank-Chefökonom Martin W. Hüfner oder der Vorsitzende der Münchner Gesellschaft für Außenpolitik, Horst Mahr. Das Centrum bringt mit dieser Ehrung seine große Verbundenheit mit einzelnen Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Wirtschaft oder öffentlichem Leben in besonderer Weise zum Ausdruck. Ehren möchte das C·A·P damit eine jahrelange Begleitung und freundschaftliche Unterstützung der Arbeit des C·A·P durch die Fellows hinsichtlich seiner angewandten Politikforschung.


Werner Weidenfeld, Günther Nonnenmacher

Im Rahmen seiner Laudatio würdigte C·A·P-Direktor Professor Werner Weidenfeld das Engagement der Fellows für das C·A·P. In diesem Kontext sei Günther Nonnenmacher dem Centrum und seinem Umfeld in vielfältiger Weise verbunden: durch seine Mitgliedschaft im Beirat der von Professor Weidenfeld herausgegebenen Fachzeitschrift "Internationale Politik", als Mentor der vom Centrum und der Bertelsmann Stiftung gemeinsam organisierten Sommerakademie und über die in den letzten Jahren gemeinsam mit der FAZ organisierten FAZIT-Foren zu aktuellen und zeitgeschichtlichen Themenstellungen. Hierbei habe er sich nicht nur immer als scharfsinniger Betrachter der Zeitgeschichte erwiesen, sondern stets auch als besonders zuverlässiger und intellektuell anregender Freund des Hauses.

Warnfried Dettling

Im Rahmen jahrelanger Kooperation sei Warnfried Dettling nicht nur seit der Gründung des C·A·P eng damit verbunden, sondern habe auch durch seine Ideen und Anregungen dazu wesentlich mit dazu beigetragen. Fruchtbar war dazu seine facettenreiche Biografie: Von 1973 bis 1983 führte sie ihn als Leiter der Planungsgruppe, später dann auch der Hauptabteilung Politik in der CDU-Bundesgeschäftsstelle und anschließend daran als Ministerialdirektor ins Bundesministerium für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit eng an die Praxis realer Politik. Danach folgte mit einer Vielzahl von Büchern, Publikationen und Lehraufträgen eine zweite Karriere als "Spitzenintellektueller" dieser Republik. Dabei habe er das Centrum nie vergessen: in vielfältiger Hinsicht verstärkte und begleitete er dessen Tun in Expertengremien, Diskussionsforen, Vortragsveranstaltungen oder durch seine gutachterlichen Expertisen.

Viele Bande verbänden auch Michael Garthe mit dem C·A·P. Nach Studium der Politikwissenschaft am früheren Standort des C·A·P, der Universität Mainz, habe er als erster Redakteur des "Jahrbuchs zur europäischen Integration" essenziell dazu beigetragen, dieses nun seit fast 25 Jahren erscheinende Kompendium zur europäischen Einigung als unverzichtbares Standardwerk zu etablieren. Auch nach Wechsel zur Rheinpfalz, einem der regional auflagenstärksten Blätter in Deutschland und frühem Aufstieg zu seinem Chefredakteur, seien die Verbindungen nachhaltig geblieben und trügen heute zu einem nach wie vor wechselseitig fruchtbaren Gedankenaustausch zu allen Fragen deutscher Politik bei.


Michael Garthe, Werner Weidenfeld

In einer Replik dankte Warnfried Dettling im Namen aller Fellows dem C·A·P. Er würdigte dabei die professionelle Ausgestaltung der angewandten Politikforschung am Centrum,die insbesondere die Gleichzeitigkeit von professioneller Distanz und personeller Nähe zur Politik perfekt balanciere (PDF-Download des Vortrags). Es sei eine einzigartige Institution in Deutschland und vereinige in sich Politikberater, die wissenschaftlich denken, analysieren und argumentieren können mit Forschern, die die Logik der Politik verstünden, ohne sich ihr auszuliefern. Das C·A·P wisse dabei um die Logik der Wettbewerbsdemokratie und deren Folgen für die politische Rationalität, bleibe aber hartnäckig der Suche nach vernünftigen Lösungen realer Politik verpflichtet. Auf diese Weise trage es dazu bei, dass Politik besser wird, jedenfalls besser werden könnte. So sei denn alles in allem das Centrum ein herausragendes Beispiel für eine angewandte Politikforschung, in der Tradition eines ideengeleiteten Realismus ebenso wie eines kritischen Rationalismus, der Lösung von Problemen und der schrittweisen Verbesserung der öffentlichen Dinge verpflichtet.

Im Rahmen der diesjährigen Verleihung der C·A·P-Fellowships hielt Günther Nonnenmacher den Festvortrag zum Thema "Medien heute in der Mediendemokratie". Er hielt fest, dass die massenmediale Durchdringung der Gesellschaft kein neues Phänomen und dass vieles dazu auch einer breiten Öffentlichkeit bekannt sei. Demgegenüber müsse aber heute eine totale, systematische und ökonomische Ausbeutung der Menschen durch die Massenmedien konstatiert werden. Hier müsse aber zwischen den einzelnen Medienarten diferenziert werden, da dies auf bestimmte Medientypen eher zutreffe als auf andere. Daneben sei die Pervertierung der massenmedialen Ausschlachtung persönlicher Schicksale eigentlich durch eine Beschränkung der Neugier auf Recht einzudämmen, auch wenn dies im Rahmen der bestehenden Rechtsordnung ein schwieriges Unterfangen sei. Er wies darauf hin, dass es bis zum heutigen Tage zu einer starken Ausprägung einer Medienklasse und einer Medienkaste gekommen sei. Während die Bohlens und Feldbuschs die erstere repräsentiere, sei ein Kartell zwischen Politik, Kultur und Massen das Kennzeichen für das Zweite. Vor diesem Hintergrund sei die permanente Aufklärung dieses Phänomens von Qualitätsmedien und Instituten wie dem C·A·P das Gebot der Stunde.

Die Verleihung der C·A·P-Fellowships 2004 setzt die Tradition der herausragenden Netzwerkbildung am Centrum konsequent fort. Bereits in früheren Jahren waren etwa der Staatssekretär a. D. im israelischen Außenministerium Shlomo Avineri, der britische Publizist und Verleger George Lord Weidenfeld, Staatssekretär a. D. und ehemaliger Chefredakteur des Berliner Tagesspiegels, Walther Stützle oder der Experte für internationale Beziehungen, Professor Curt Gasteyger, zu Fellows ernannt worden.


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