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USA und Europa: Neue Strategische Herausforderungen im Schatten der Irak-Krise

Strategiekonferenz in Miami

18.02.2003 · Bertelsmann Forschungsgruppe Politik


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Gruppenbild der Teilnehmer der Konferenz.
Foto: Bertelsmann Stiftung

Die transatlantische Partnerschaft befindet sich in einer schweren Krise, die über den Irak-Konflikt weit hinausreicht. Unterschiedliche Bedrohungsperzeptionen, divergierende Auffassungen zur Rolle multilateraler Organisationen und neue Spannungsfelder im wirtschaftlichen Bereich stellen das transatlantische Verhältnis vor völlig neue Herausforderungen. Diese verlangen nach konkreten Lösungsstrategien, denn nach wie vor bleibt die transatlantische Allianz ohne Alternative, so die Meinung der Teilnehmer der transatlantischen Strategiekonferenz des Centrums für angewandte Politikforschung und der Bertelsmann Stiftung, die vom 14.-16. Februar in den Miami, Florida, stattgefunden hat. Im Mittelpunkt der Diskussion steht dabei die grundsätzliche Frage, wie Europa sich gegenüber den USA positioniert und wie die USA ihre Rolle als geopolitischer Akteur besetzen.

"America is at war" betont der Sicherheitsexperte der Harvard University, Steven Miller, im Rahmen der Konferenz. Die Europäer hingegen, so Miller weiter, haben das veränderte politische Umfeld noch nicht umfassend realisiert. "Europeans have to get their act together", um als Partner wieder wahrgenommen zu werden, forderten deshalb die amerikanischen Teilnehmer. Die Liste der Herausforderungen ist lang. Ohne ein gemeinsames Vorgehen lassen sich die komplexen Probleme wie der Kampf gegen den globlen Terrorismus nicht lösen. Die Kontrolle der Massenvernichtungswaffen in den Händen von "rogue states" liegen gleichsam im Interesse der USA wie Europas, in diesem Bereich könnten wirksame Ergebnisse durch koordiniertes Vorgehen erzielt werden.


Dr. Walther Stützle, Prof. Dr. Curt Gasteyger, Hans-Ulrich Klose, John J. LaFalce, Prof. Dr. Werner Weidenfeld, Caio K. Koch-Weser.
Foto: Bertelsmann Stiftung


Diskussionen im Plenum
Foto: Bertelsmann Stiftung


Uwe Schmitt, Marc Hujer, Klaus Dieter Frankenberger.
Foto: Bertelsmann Stiftung

Die konkrete Empfehlung der Experten lautet: Ein Ausweg aus der transatlantischen Krise findet sich vor allem in der Entwicklung einer gemeinsamen europäischen Position in Schlüsselfragen; in der Intensivierung von Kooperation und Leadership; der Stabilisierung des Wirtschafts- und Finanzsektors; im Ausgleich von sicherheitspolitischen Turbulenzen durch eine effektive Wirtschaftskooperation; der Weiterentwicklung des G-2 Konzepts für Wirtschaftsbeziehungen und Sicherheitsfragen sowie in der Förderung der Effektivität multilateraler Organisationen zur Unterstützung eines nachhaltigen Zukunftskonzepts für Stabilität und Sicherheit.

Zu den mehr als vierzig internationalen Experten zählten unter anderem der wirtschafts- und außenpolitische Berater Präsident Putins, Andrej Illarionov, der ehemalige finnische Präsident und Vorsitzende der "International Crisis Group" Martti Ahtisaari sowie der stellvertretende Präsident der Brookings Institution, Jim Steinberg. Chairmen der Arbeitsgruppen sind Dr. Walther Stützle, Staatssekretär im Bundesministerium der Verteidigung a.D., John Hamre, Präsident des Center for Strategic and International Studies (CSIS), USA, Caio Koch-Weser, Staatssekretär im Bundesfinanzministerium und Fred Bergsten, Direktor des Institute for International Economics, USA.
Die Konferenz in den USA fand im Rahmen des Projekts Die Zukunft der Transatlantischen Beziehungen statt, das das Centrum für angewandte Politikforschung mit seinem Kooperationspartner Bertelsmann Stiftung durchführt. Es baut auf dem Fundament gemeinsamer Interessen von Europäern und Amerikanern auf, sucht Antworten auf aktuelle Fragen zu finden und einen strategischen Rahmen für die Zukunft internationaler Politik zu schaffen.

Konferenz

Zusammenfassung der Ergebnisse

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Agenda

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Teilnehmerliste

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Arbeitspapiere

Die folgenden Gutachten wurden für die Konferenz erstellt:

Josef Janning
Center for Applied Policy Research, Munich University
Bertelsmann Foundation
Security in Times of Terror
Policy options for Germany and Europe

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C. Fred Bergsten
Director, Institute for International Economics
The G-2: A new conceptual basis and operating modality for transatlantic economic relations

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Jeffrey J. Schott and Gary Hufbauer
Institute for International Economics
Transatlantic Trade Relations: Challenges for 2003

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Mario Draghi
Vice Chairman, Goldman Sachs International
US-EU Regulatory Convergence - Capital Markets Issues

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Curt Gasteyger
Director, Association for the Promotion and the Study of International Security, Geneva
Russia as Ally: The Chances and Pitfalls of Expanding Transatlantic Relations

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Charles Grant
Director, Centre for European Reform, London
A European perspective on the security challenges in the transatlantic relationship

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Jean-Louis Gergorin
Executive Vice President, Strategic Coordination, EADS, Paris
Jean Betermier, EADS, Paris
The Future of the Transatlantic Alliance

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John J. Hamre
President and CEO, Center for Strategic and International Relations, Washington, D.C.
America on the Edge of an Uncertain Future

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Ivo H. Daalder
The Brookings Institution
After Transatlanticism, What?

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Andrei Piontkovsky
Director of the Centre for Strategic Studies, Moscow
Putin's Russia Rapprochement with the West: Tactical ploy or Strategic Choice

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Robert Pozen
John Olin Visiting Professor, Harvard University
Regulatory Convergence: Corporate-pensions Sector

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James B. Steinberg
Vice President and Director, Foreign Policy Studies, The Brookings Institution
The United States and Europe - an Elective Partnership

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